Die bedrohte Art der Woche: der Berggorilla

Bild: Martin Harvey/WWF-Canon

Bild: Martin Harvey/WWF-Canon

Im Kampf um das Überleben des Berggorillas konnte ein Erfolg verzeichnet werden. 2012 gab die Wildtierbehörde in Uganda bekannt, dass die Zahl der in Freiheit lebenden Gorillas im Nationalpark Bwindi von 786 auf 880 gestiegen ist. Trotz dieser erfreulichen Nachricht, bleibt die Situation der Berggorillas weiter kritisch. Die IUCN führt sie auf ihrer Liste unter „vom Aussterben bedroht“, sie gehören weiterhin zu den am meisten bedrohten Affen.
Gorillas werden systematisch in zwei Gruppen unterteilt: Westliche und Östliche Gorillas. Diese kommen räumlich getrennt voneinander in Afrika vor. Der Berggorilla ist eine Unterart des Östlichen Gorillas. Geografisch gesehen, sind Östliche Gorillas nur in wenigen Regionen Afrikas anzufinden. Im Osten der Republik Kongo, im Nationalpark Virunga, an der Grenze zu Ruanda und Uganda. Eine weitere Population ist im Bwindi Nationalpark in Uganda beheimatet.

Am Boden unterwegs

Die Ernährung des Berggorillas ist hauptsächlich vegetarisch und kalorienarm. Da die Gorillas aufgrund ihrer Größe nicht in den Baumkronen nach Früchten suchen können und diese in ihrem Lebensraum auch beschränkt vorkommen, sind sie auf die Bodenvegetation angewiesen. Als Hauptnahrungsquelle dienen vor allem Blätter und Mark, also das innere Gewebe von Spross und Wurzel. Der Berggorilla ist ein Gruppentier und verbringt die meiste Zeit am Boden. Selbst in der Nacht schläft er in selbstgemachten Schlafnestern, die sich ebenfalls am Boden befinden.

Bild: Steve Morello/WWF-Canon

Bild: Steve Morello/WWF-Canon

Wilderei und Lebensraumzerstörung als Hauptbedrohungen

Die größte Bedrohung für den Fortbestand des Berggorillas ist Wilderei. Daneben gefährdet auch die Zerstörung des Lebensraums die Zukunft der Gorillas. Wie zum Beispiel die geplanten Ölbohrungen im Virunga Nationalpark, indem noch ca. 150 Berggorillas leben. Die geplante Ölförderung durch das britische Unternehmen SOCO International würde absehbare Konsequenzen nach sich ziehen: Verschmutzung des empfindlichen Ökosystems – das Ende des Virunga Nationalparks. Die britische Ölfirma SOCO gefährdet damit im Virunga-Nationalpark Menschen, Tiere und ihre Lebensräume – und verletzt damit die Umwelt- und Menschenrechtsrichtlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Der WWF hat deswegen im Herbst 2013 eine offizielle Beschwerde bei der OECD eingereicht.

Der WWF fürchtet, dass die Gorillas in 15 Jahren aus der Wildnis verschwunden sein könnten, wenn das gegenwärtige Ausmaß an Wilderei und Lebensraumverlust nicht drastisch reduziert wird.

 

„Das Geschäft mit dem Tod – das letzte Artensterben?“

23. Oktober 2013 – 21. April 2014
Naturhistorisches Museum (NHM)
Burgring 7, 1010 Wien

Die Sonderausstellung informiert über das menschengemachte Artensterben. Dabei werden der Verlust von Lebensräumen, schwindende Ressourcen und sich verändernde klimatische Bedingungen, genauso wie Wilderei und der illegale Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Gründe für den Rückgang von Biodiversität thematisiert. In Kooperation mit dem NHM und dem WWF präsentiert BIORAMA in einer neuen Online-Rubrik „Die bedrohte Art der Woche“ wöchentlich eine vom Aussterben bedrohte Tierart.

VERWANDTE ARTIKEL