Unser Biohof erzählt seine Geschichte…

„Wirklich schön habt ihr es hier.“ – Das höre ich oft, wenn sich die Wanderer mit den Bauersleut unterhalten.

Die Familie Thauerböck wohnt schon seit vier Generationen bei mir am Hof. Da ich auf die Bauersleute angewiesen bin, bin ich froh, dass so tüchtige und zielstrebige Menschen bei mir zu Gast sind. Seit 1946 bewältigen wir gemeinsam alle Höhen und Tiefen. Das Jahr 1966 traf uns besonders, mein Wirtschaftsbereich brannte zur Gänze ab. Seit diesem Tag an wurde alle Kraft vereint und ich wurde wieder aufgebaut. Marios Großeltern bauten das Wirtschaftsgebäude und das Wohnhaus, damit ich auch ihren acht Kindern ein Dach über den Kopf bieten konnte.

So sah ich um 1930 aus:

Blog 2_Biohof früher

Marios Eltern bauten Garagen, Sanierten das Wohnhaus, erweiterten den Stall und begannen mich biologisch zu bewirtschaften. Im Jahr 2012 wurde ich an Mario und Monika in einem gesunden und vitalen Zustand übergeben. Ich war gespannt, wie sie mit mir umgehen werden. Mario arbeitete zwar in seiner Jugend viel auf meinem Hof, doch in den letzten Jahren konnte ich ihn nur mehr an den Wochenenden und in den Ferien begrüßen. Ehrlich gesagt, fürchtete ich mich schon, dass er mich nicht mehr mochte und nicht zu mir zurückkehren wird. Jedoch vertraute ich darauf, dass mein innerlicher Glanz ihn beeindrucken wird. Eines Tages kam Mario mit Monika nach Hause und ich wusste, auch in Zukunft kann ich wieder glücklich und zufrieden sein. 😉

Biohof Thauerböck

Der Biohof heute.

So wie auch schon Marios Eltern Josef und Herta mit viel Energie mich verändert haben, so ist es jetzt mit Mario und Monika auch der Fall. Ich finde diesen frischen Wind toll, da mich diese Veränderungen innerlich reifen lassen. In den letzten beiden Jahren wurde ich autark. Ich bekam Sonnenkollektoren für mein Warmwasser, eine Hackgutheizung für meine Raumwärme und eine Photovoltaik für meinen Strombedarf. Diese gesunde Energie gibt mir bedeutend mehr Kraft für meine Tätigkeit als Biohof Thauerböck. Auch die Vielfalt sprudelt am Biohof – alte und seltene Kulturpflanzen und Tierrassen werden hier richtig geschätzt und werden immer mehr. Zuletzt durfte ich die neuen Murbodner Kühe bei mir begrüßen. Eine von denen hat sogar schon ihr erstes Kalb bekommen – das war richtig aufregend für uns alle! Wenn ich den jungen Bauersleuten richtig zugehört habe, kommen in Zukunft wieder Schweine, Hühner und Ziegen auf den Hof. Ich freue mich bereits auf dieses vielfältige neue Leben. Auch auf meinen Feldern gedeihen wieder seltene Kulturpflanzen, wie zum Beispiel der Kaltenberger Winterroggen.

Bei mir am Biohof wird eine alte regionale Getreidesorte erhalten – der Kaltenberger Winterroggen.

Bei mir am Biohof wird eine alte regionale Getreidesorte erhalten – der Kaltenberger Winterroggen.

Auch die Menschen, die mich besuchen, werden von Tag zu Tag mehr. Durch die Direktvermarktung kommen liebe Leute vorbei, die sich mit wertvollen Biolebensmitteln versorgen. Auch einige tausende Wanderer begrüße ich jährlich auf meinem Hof. Diese Pilgern den Johannesweg und freuen sich bei mir über frisches Trinkwasser und genießen gerne unsere Edelbrände und Liköre. Durch den Gemeinschaftsgarten und die Patenschaften nehmen immer mehr Menschen an meinem Leben teil. Ich stelle fest, dass in den letzten Jahren immer mehr Menschen Interesse an mir und meinem Leben haben. Das war schon einmal anders, früher war ich den meisten zu klein, viele haben gesagt: „Was will man mit so einem kleinen Biohof.“ Doch die Familie Thauerböck mag mich, so wie ich bin und lässt hier das Leben und die Energie nur so sprudeln.

 

 

Monika (22) und Mario (24) haben vor ein paar Jahren den Bio-Bauernhof im oberösterreichischen Mühlviertel von Marios Eltern übernommen. Im neuen BIORAMA-Blog „Ab Hof“ erzählen sie von der Philosophie ihres Bio-Lebens und von der Gestaltung ihres Biohofs, dem Biohof Thauerböck.

>>> HIER geht’s zum BIORAMA-Interview mit den beiden.

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