Was ist eigentlich…die Heumilch?

Wir fragen Reinhard Geßl, am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL Österreich) zuständig für Tierhaltung und Konsumenteninformation.

Als Heumilch bezeichnet man normalerweise Milch von Kühen, die ohne Einsatz von Silage (vergorenes Gras oder vergorener Mais – ähnlich einem Sauerkraut) gefüttert werden. Diese Kühe bekommen in der Vegetationszeit frisches Gras und im Winter Heu (1. Schnitt), Grumet (2. und weitere Schnitte) und Kraftfutter (Getreide- und Eiweißpflanzenschrote) gefüttert.

Heumilch ist nicht generell Bio. Die strengen und kontrollierten Bio-Haltungsauflagen gelten daher nur bei Bio-Heumilch, diese erkennen Sie am EU-Bio-Siegel, ggf. dem runden, roten AMA-Biozeichen, der Bio-Handelsmarke und der Bio-Kontrollstellennummer.

In Österreich hat der Siloverzicht hat in bestimmten Regionen Tradition. Zur Vermeidung von Fehlgärungen bei der Hartkäseherstellung (z. B. Emmentaler) haben Molkereien noch vor Österreichs EU-Beitritt ganze Sammelrouten zu „Siloverzichtsregionen“ ausgerufen. Aus diesen Gebieten stammt heute überwiegend die Heumilch. Die Arge Heumilch bündelt mit hohem werblichen Aufwand die Interessen von über 8.000 Milchbauern und 60 Verarbeitungsbetrieben. Heumilch macht in Österreich einen vergleichsweise hohen Anteil von ca. 15 % am Gesamtmilchaufkommen aus.

Eine Studie der Universität für Bodenkultur aus dem Jahr 2010 weist der Heumilch im Vergleich zur Standardmilch höhere Werte an herzstärkenden Omega-3-Fettsäuren aus. Ebenso positiv erhöht sind die Werte an conjugierten Linolsäuren (CLA).

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